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Headset für Piloten – Welches Headset zum Fliegen lernen?

Von Budget bis Premium: So finden Sie das richtige Aviation Headset.

Warum brauchen Piloten ein Headset?

Ein Headset gehört zur Grundausstattung jedes Piloten – und das aus drei guten Gründen:

  • Gehörschutz: Der Motor eines Kleinflugzeugs erzeugt im Cockpit einen Lärmpegel von 85 bis 100 Dezibel. Ohne Gehörschutz riskieren Sie bleibende Hörschäden, besonders bei regelmäßigem Fliegen.
  • Funkkommunikation: Das Headset enthält Mikrofon und Kopfhörer für den Flugfunk. Nur so können Sie mit der Flugsicherung und anderen Piloten kommunizieren. Grundlage dafür ist das Sprechfunkzeugnis.
  • Komfort: Ein gutes Headset reduziert Ermüdung deutlich. Wer nach einem zweistündigen Flug mit einem schlechten Headset aussteigt, hat Kopfschmerzen. Mit einem guten Headset fühlen Sie sich frisch.

PNR vs ANR – Zwei Technologien

Bei Aviation Headsets gibt es zwei grundlegende Technologien zur Lärmreduzierung:

Passive Noise Reduction (PNR)

PNR-Headsets reduzieren Lärm rein mechanisch – durch dichte Ohrpolster und schwere Muscheln, die den Schall abschirmen. Das Prinzip ist simpel und bewährt. PNR-Headsets sind robust, benötigen keine Batterien und sind deutlich günstiger als ANR-Modelle. Der Nachteil: Sie sind schwerer und reduzieren Lärm weniger effektiv, besonders bei tiefen Frequenzen.

Active Noise Cancelling (ANC/ANR)

ANR-Headsets (Active Noise Reduction) erzeugen mit eingebauten Mikrofonen und Lautsprechern ein Gegensignal zum Umgebungslärm – und löschen ihn so aktiv aus. Das funktioniert besonders gut bei den tiefen, monotonen Motorengeräuschen. Das Ergebnis: deutlich bessere Lärmreduzierung bei geringerem Gewicht und höherem Komfort. Der Preis: ANR-Headsets kosten mehr und benötigen Batterien oder einen Stromanschluss.

Headsets nach Budget

Budget: 150 bis 300 € – PNR-Klassiker

In dieser Preisklasse dominiert ein Name: David Clark H10-13.4. Dieses PNR-Headset ist seit Jahrzehnten der Industriestandard in Flugschulen weltweit. Es ist nahezu unzerstörbar, bietet soliden Gehörschutz und ist mit dem charakteristischen grünen Bügel sofort erkennbar. Für Flugschüler, die ein zuverlässiges Headset ohne Schnickschnack suchen, ist der David Clark die sichere Wahl.

Weitere Optionen in dieser Klasse sind das Pilot Communications USA PA-1161T und das ASA HS-1A. Alle erfüllen ihren Zweck, aber der David Clark ist der Maßstab.

Mittelklasse: 400 bis 700 € – Erster ANR-Komfort

Hier wird es interessant: Lightspeed Sierra bietet aktive Geräuschunterdrückung zu einem vernünftigen Preis. Bluetooth für Navigations-Audio vom Tablet ist integriert, das Gewicht ist deutlich geringer als bei PNR-Headsets. Wer etwas mehr investieren möchte, findet in dieser Preisklasse auch gebrauchte Bose A20 – eines der beliebtesten ANR-Headsets überhaupt, das sich auf dem Gebrauchtmarkt gut finden lässt.

Premium: 800 bis 1.200 € – Das Beste vom Besten

In der Premium-Klasse stehen drei Modelle an der Spitze:

  • Bose A30: Der Nachfolger des legendären A20. Hervorragendes ANC, extrem leicht (nur 310 g), Bluetooth, USB-C-Ladung. Für viele Piloten das Maß aller Dinge.
  • Lightspeed Zulu 3: Exzellentes ANC, bequeme Ohrpolster aus Protein-Leder, Bluetooth, Auto-Shutoff. Liegt preislich etwas unter dem Bose A30.
  • Sennheiser S1: Deutsche Ingenieurskunst trifft Aviation. Hervorragender Klang, modulares Design, NoiseGard-Technologie. Besonders bei europäischen Piloten beliebt.

Unsere Empfehlung für Flugschüler

Die ehrliche Antwort: Starten Sie mit einem PNR-Headset. Ein David Clark H10-13.4 für rund 250 € ist alles, was Sie für den Anfang brauchen. Es funktioniert zuverlässig, hält ewig und Sie können es später immer noch upgraden.

Warum nicht gleich Premium? Weil Sie am Anfang noch nicht wissen, wie oft und wie intensiv Sie fliegen werden. Ein Headset für 1.000 € lohnt sich, wenn Sie wissen, dass Sie regelmäßig fliegen. Für die ersten 20 Stunden reicht der David Clark völlig aus. Und wenn Sie dann merken, dass Fliegen Ihre Leidenschaft ist – dann gönnen Sie sich ein Bose A30 oder Lightspeed Zulu 3.

Anschlüsse: Dual Plug vs U174

Bei Aviation Headsets gibt es zwei Anschlusstypen:

  • Dual Plug (PJ-055 + PJ-068): Zwei separate Klinkenstecker – einer für den Kopfhörer (großer Klinke, 6,35 mm) und einer für das Mikrofon (kleiner Klinke, 3,5 mm). Dies ist der Standard in fast allen GA-Flugzeugen (General Aviation), auch in allen Flugzeugen bei Panorama Air.
  • U174 (Helicopter Plug): Ein einzelner Stecker, der in Hubschraubern und einigen militärischen Flugzeugen verwendet wird. Für die PPL-Ausbildung irrelevant.

Kaufen Sie für die Ausbildung ein Headset mit Dual Plug – damit sind Sie richtig.

Brauche ich Bluetooth?

Bluetooth ist ein nettes Feature, aber kein Muss. Damit können Sie Audio von Ihrem Tablet oder Smartphone ins Headset streamen – zum Beispiel Navigationsansagen von ForeFlight oder SkyDemon. Manche Piloten hören auf längeren Streckenflügen auch Musik (natürlich mit automatischer Stummschaltung bei Funkverkehr).

Für Flugschüler ist Bluetooth nicht notwendig. In der Ausbildung haben Sie genug damit zu tun, dem Fluglehrer und dem Funk zuzuhören. Bluetooth wird erst interessant, wenn Sie alleine auf Strecke gehen.

Headsets bei Panorama Air

Gute Nachricht für alle, die noch kein eigenes Headset haben: Panorama Air stellt Leih-Headsets zur Verfügung. Für Ihren Schnupperflug und die ersten Flugstunden brauchen Sie kein eigenes Equipment mitzubringen – wir haben alles da.

Sobald Sie regelmäßig fliegen – etwa im Rahmen der Pilotenausbildung – empfehlen wir allerdings den Kauf eines eigenen Headsets. Hygiene und Passform sind bei einem persönlichen Headset einfach besser, und Sie gewöhnen sich an „Ihr“ Headset – das gibt Sicherheit im Cockpit.

„Das Headset ist das erste Stück Ausrüstung, das sich wirklich nach Pilot anfühlt.“

Lassen Sie Equipment nicht zum Hindernis werden

Wir haben Leih-Headsets – Sie brauchen nur den Mut, sich in den Pilotensitz zu setzen.

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