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Praktische Flugprüfung – So bestehst du den Checkride

Ablauf, Tipps und was Prüfer wirklich sehen wollen.

Der große Tag

Die praktische Flugprüfung – auch Checkride oder Skill Test genannt – ist der letzte Schritt auf dem Weg zur Pilotenlizenz. Für viele Flugschüler ist es der aufregendste Tag ihrer Ausbildung. Verständlicherweise: Monatelange Vorbereitung, dutzende Flugstunden und hunderte Seiten Theorie kulminieren in diesem einen Flug mit dem Prüfer. Alle Voraussetzungen müssen erfüllt sein.

Die gute Nachricht: Wenn Ihr Fluglehrer Sie zur Prüfung anmeldet, ist er überzeugt, dass Sie bereit sind. Und mit der richtigen Vorbereitung und Einstellung gibt es keinen Grund, nervös zu sein. In diesem Artikel erklären wir den Ablauf und teilen die besten Tipps unserer Fluglehrer bei Panorama Air.

Was wird geprüft?

Die praktische Prüfung für die PPL(A) deckt alle wesentlichen Bereiche des Fliegens ab:

  • Vorflugkontrolle (Preflight): Außenkontrolle des Flugzeugs, Dokumentencheck, Wetterbeurteilung, Masse-und-Schwerpunkt-Berechnung
  • Start und Steigflug: Normaler Start, eventuell Kurzstart oder Start mit simuliertem Triebwerksausfall
  • Navigation: Ein geplanter Navigationsflug zu einem oder mehreren Wegpunkten – Sie müssen zeigen, dass Sie Kurs, Zeit und Position im Griff haben
  • Allgemeine Flugübungen: Steilkurven, Langsamflug, Strömungsabriss (Stall) und Wiederherstellen
  • Notverfahren: Simulierter Triebwerksausfall mit Notlandeübung, Systemausfälle
  • Platzrunde und Landungen: Normallandung, Seitenwindlandung, Kurzlandung, Durchstarten (Go-Around)
  • Airmanship: Luftraumbeobachtung, Entscheidungsfindung, Situationsbewusstsein

Der typische Ablauf

Die praktische Prüfung dauert insgesamt etwa 90 bis 120 Minuten und gliedert sich in zwei Teile:

Teil 1: Mündliche Prüfung (ca. 30 Minuten)

Bevor Sie ins Flugzeug steigen, prüft der Examiner Ihr theoretisches Wissen in einem Gespräch. Das ist keine zweite Theorieprüfung – vielmehr geht es um praktisch relevantes Wissen: Wie beurteilen Sie das Wetter? Was sind die Limits Ihres Flugzeugs? Was tun Sie bei einem Triebwerksausfall nach dem Start? Wie berechnen Sie Ihren Kraftstoffbedarf?

Der Prüfer möchte sehen, dass Sie Zusammenhänge verstehen und vernünftige Entscheidungen treffen können. Auswendiglernen reicht nicht – Verständnis ist gefragt.

Teil 2: Flugprüfung (ca. 60 Minuten)

Dann geht es in die Luft. Sie fliegen als verantwortlicher Pilot (PIC) – der Prüfer ist Passagier und Beobachter. Er gibt Ihnen Aufgaben („Zeigen Sie mir einen Steilkurve nach links“) und simuliert Situationen („Ihr Motor ist ausgefallen – was tun Sie?“).

Der Flug beginnt typischerweise mit dem Navigationsabschnitt. Unterwegs werden allgemeine Flugübungen und Notverfahren eingebaut. Abgeschlossen wird mit Platzrunden und verschiedenen Landearten.

Wie hoch ist die Bestehensquote?

In Deutschland bestehen etwa 85 Prozent der Kandidaten die praktische Flugprüfung beim ersten Versuch. Das ist eine gute Quote – und sie zeigt, dass die Prüfung machbar ist, wenn Sie gut vorbereitet sind.

Die häufigsten Gründe für ein Nichtbestehen sind übrigens nicht fliegerisches Können, sondern Nervosität und daraus resultierende Flüchtigkeitsfehler: Checklisten vergessen, falsche Funkfrequenz eingestellt (hier hilft ein solides Sprechfunkzeugnis) oder in der Aufregung den falschen Kurs geflogen. Dagegen hilft vor allem eines: Routine und gute Vorbereitung.

6 Tipps von unseren Fluglehrern

1. Aviate, Navigate, Communicate

Die goldene Regel der Fliegerei gilt auch in der Prüfung: Fliegen Sie zuerst das Flugzeug. Der Prüfer stellt Ihnen eine Frage? Beantworten Sie sie – aber nicht auf Kosten der Flugführung. Es ist absolut in Ordnung zu sagen: „Einen Moment bitte, ich stabilisiere erst die Fluglage.“ Das zeigt Prioritätensetzung, und Prüfer bewerten das positiv.

2. Checklisten immer verwenden

Benutzen Sie für jeden Abschnitt die Checkliste – konsequent und sichtbar. Prüfer lieben disziplinierte Piloten. Wer die Checkliste weglegt, weil er glaubt, alles auswendig zu wissen, macht einen schlechten Eindruck. Die Checkliste ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Professionalität.

3. Notverfahren aus dem Effeff

Emergency Procedures müssen sitzen – ohne Zögern, ohne Nachdenken. Wenn der Prüfer „Engine Failure“ sagt, muss Ihre Reaktion sofort und automatisch kommen: Beste Gleitzahl einnehmen, Landefeld suchen, Checkliste abarbeiten. Üben Sie diese Abläufe so lange, bis sie zum Reflex werden.

4. Briefen Sie den Prüfer

Erzählen Sie dem Prüfer, was Sie tun und warum. „Ich drehe jetzt nach rechts auf Heading 270, um den nächsten Wegpunkt anzusteuern.“ – „Ich sehe das Landefeld bei 2 Uhr und plane eine linke Platzrunde.“ Das zeigt, dass Sie einen Plan haben und die Situation im Griff behalten. Prüfer können nicht in Ihren Kopf schauen – helfen Sie ihnen, Ihre Gedanken zu verstehen.

5. Durchstarten ist keine Schwäche

Wenn eine Landung nicht passt – starten Sie durch. Ein Go-Around ist in der Prüfung kein Fehler, sondern eine gute Entscheidung. Prüfer bewerten die Fähigkeit, eine unsichere Situation zu erkennen und richtig zu handeln, extrem positiv. Eine erzwungene Landung nach einem schlechten Anflug hingegen ist ein echtes Problem.

6. Der Prüfer will, dass Sie bestehen

Das ist vielleicht der wichtigste Punkt: Der Prüfer ist nicht Ihr Gegner. Er ist ein erfahrener Pilot, der sicherstellen möchte, dass Sie sicher und verantwortungsvoll fliegen können. Er möchte, dass Sie bestehen. Er gibt Ihnen Gelegenheiten, Fehler zu korrigieren. Er beurteilt den Gesamteindruck, nicht einzelne perfekte Manöver.

Was passiert, wenn Sie nicht bestehen?

Zunächst: Es ist nicht das Ende der Welt. Etwa 15 Prozent der Kandidaten bestehen nicht beim ersten Mal – Sie wären in guter Gesellschaft. Der Prüfer erklärt Ihnen genau, welche Bereiche nicht ausreichend waren. Sie trainieren diese Bereiche mit Ihrem Fluglehrer und treten erneut an. Die Wiederholungsprüfung umfasst in der Regel nur die nicht bestandenen Abschnitte.

Viele Piloten berichten, dass sie beim zweiten Anlauf deutlich entspannter waren – weil sie die Prüfungssituation schon kannten. Also: Nicht verzweifeln, sondern daraus lernen.

Die beste Vorbereitung: Mock Checkrides

Der effektivste Weg, sich auf die Prüfung vorzubereiten, sind sogenannte Mock Checkrides – Übungsprüfungen mit Ihrem Fluglehrer. Dabei simuliert Ihr Lehrer den gesamten Prüfungsablauf so realistisch wie möglich: mündliche Befragung, Navigationsflug, Flugübungen, Notverfahren, Landungen.

Bei Panorama Air führen wir vor jeder Prüfung mindestens einen vollständigen Mock Checkride durch. So erleben Sie den Ablauf ohne den Druck der echten Prüfung und können letzte Unsicherheiten beseitigen. Auch ein gültiges fliegerärztliches Tauglichkeitszeugnis muss vorliegen. Wenn der Mock Checkride gut läuft, können Sie beruhigt in die Prüfung gehen.

„Die Prüfung ist kein Ende – sie ist der Anfang Ihrer Karriere als Pilot.“

Wir bereiten Sie gründlich vor

Unsere Fluglehrer begleiten Sie vom ersten Flug bis zum bestandenen Checkride – und darüber hinaus.

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