Kontakt +49 6103 49492

Schubumkehr – die Bremse der Flugzeuge

Was ist Schubumkehr?

Wenn ein Verkehrsflugzeug landet und auf der Landebahn aufsetzt, hören Passagiere oft ein lautes Aufheulen der Triebwerke. Was wie eine Beschleunigung klingt, ist in Wirklichkeit ein wichtiger Bremsvorgang: die Schubumkehr, im Englischen „Thrust Reversal" genannt. Dabei wird der Schub der Triebwerke umgelenkt, sodass er nicht mehr nach hinten, sondern nach vorne gerichtet wirkt und das Flugzeug abbremst. Wer selbst erleben möchte, wie das Bremsen im Kleinflugzeug funktioniert, kann dies bei einem Schnupperflug ausprobieren.

Wie funktioniert Schubumkehr?

Das Grundprinzip der Schubumkehr ist einfach: Der Abgasstrahl der Triebwerke wird durch mechanische Vorrichtungen umgelenkt, sodass er teilweise nach vorne gerichtet wird. Dadurch entsteht eine Bremskraft, die das Flugzeug verzögert. Die Schubumkehr wird unmittelbar nach dem Aufsetzen aktiviert und arbeitet gemeinsam mit den Radbremsen und den Spoilern auf den Tragflächen, um das Flugzeug sicher zum Stehen zu bringen.

Arten der Schubumkehr

Klappenumkehr (Cascade Reverser): Bei dieser Bauart werden Umlenkklappen im hinteren Bereich der Triebwerksgondel geöffnet. Gleichzeitig wird der Bypass-Luftstrom durch ein System aus Kaskaden nach vorne umgeleitet. Diese Bauart ist besonders bei modernen Turbofan-Triebwerken verbreitet.

Schalenumkehr (Clamshell Reverser): Hier werden muschelförmige Schalen am Triebwerksauslass geschlossen, die den Abgasstrahl nach vorne und zur Seite umlenken. Diese Bauart war besonders bei älteren Triebwerkstypen üblich.

Schaufelumkehr (Bucket Reverser): Bei Triebwerken mit geringem Bypass-Verhältnis werden schalenförmige „Eimer" am Triebwerksauslass zusammengeklappt, die den gesamten Abgasstrahl umlenken. Diese Bauart findet sich oft bei Business-Jets.

Warum ist Schubumkehr so wichtig?

Die Schubumkehr ist ein entscheidendes Sicherheitselement, insbesondere bei nassen oder vereisten Landebahnen, wo die Radbremsen allein nicht ausreichend Bremswirkung erzielen können. Auf trockenen Bahnen könnte ein Flugzeug theoretisch auch ohne Schubumkehr zum Stehen kommen, doch die zusätzliche Bremswirkung verkürzt den Bremsweg erheblich und erhöht die Sicherheitsreserven.

Schubumkehr bei Propellerflugzeugen

Auch Propellerflugzeuge verfügen über eine Form der Schubumkehr. Hier werden die Propellerblätter in einen negativen Anstellwinkel gedreht (Reverse Pitch), sodass der Propeller Luft nach vorne drückt. Dieses Prinzip ist auch bei einigen Turboprop-Flugzeugen zu finden und wird teilweise sogar bei Leichtflugzeugen mit Verstellpropeller eingesetzt. Bei Panorama Air lernen Sie in der Pilotenausbildung die verschiedenen Bremssysteme und ihre Anwendung im Detail kennen – am Flugplatz Egelsbach bei Frankfurt.

Bereit zum Abheben?

Kontaktieren Sie uns für eine persönliche Beratung.

Jetzt Kontakt aufnehmen