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EFB-Apps für VFR-Piloten 2026: Ehrlicher Vergleich SkyDemon, ForeFlight, AirMate, Garmin Pilot

Vier ernstzunehmende Anbieter, deutlich unterschiedliche Stärken — was wir an unsere PPL-Schüler weitergeben und warum.

Von Peter Schützenhofer · Ausbildungsleiter, Panorama Air ·

Warum jeder VFR-Pilot heute ein EFB braucht

Vor zehn Jahren waren Papierkarten Standard im Cockpit. Heute hat fast jeder unserer Schüler sein Tablet vor dem ersten Soloflug — und das ist gut so. Ein EFB (Electronic Flight Bag) macht VFR-Planung in Minuten möglich, zeigt Luftraumstrukturen aktuell, navigiert mit GPS-Tracking und warnt bei Annäherung an kontrollierten Luftraum oder Sperrgebiete. Wer einmal mit einer guten App geflogen ist, will nicht zurück zur ICAO 1:500.000 mit Plotter und Marker.

Die Auswahl ist allerdings groß und unübersichtlich. Vier Anbieter beherrschen den deutschen VFR-Markt: SkyDemon, ForeFlight, AirMate und Garmin Pilot. Alle vier können VFR-Navigation, Wetter, NOTAMs und Flugplanung. Sie unterscheiden sich aber im Preis, in der Bedienlogik, im Ökosystem und vor allem darin, wie gut sie für deutsche/europäische VFR-Flüge gemacht sind.

Wir nutzen in unserer Flugschule seit Jahren überwiegend SkyDemon. Aber das heißt nicht, dass es für jeden Schüler die richtige Wahl ist. Dieser Vergleich basiert auf täglicher Praxis in Egelsbach, in unseren Charter-Maschinen und auf den Erfahrungen, die unsere Schüler bei ihren Solo-Cross-Country-Flügen sammeln. Stand: 2026.

Was ein EFB können sollte

Bevor wir in die einzelnen Apps gehen, kurz die Kategorien, an denen wir die Apps messen:

  • VFR-Karten — ICAO-Karten Deutschland und Europa, aktuell, mit Luftraum-Layern, NOTAM-Overlay, Sperrgebieten.
  • Flugplanung — Routenzeichnung, Gewichts-/Schwerpunktberechnung, Sprit, Wetter-Briefing, automatischer Flugplan-Filing.
  • Moving-Map im Flug — GPS-Position, Geschwindigkeit, Track, Annäherungs-Warnungen.
  • Wetter — METAR, TAF, SIGMET, GAFOR-Vorhersage, Wind-Layer, Niederschlagsradar.
  • NOTAMs — relevante Mitteilungen für Strecke, Plätze und Lufträume.
  • Logbuch + nachträgliche Datenauswertung — Track-Aufzeichnung, Export GPX, IGC, Logbuch-Eintrag.
  • Integration mit Cockpit — ADS-B-Empfänger, Stratux, externe GPS, EFIS-Datenlink.

SkyDemon — der deutsche Standard

Preis: ca. 169 € pro Jahr (Stand 2026). Demo-Version 30 Tage kostenlos.

Plattformen: iOS, Android, Windows.

Stärken: SkyDemon ist gefühlt 80 Prozent unserer Schüler. Der Grund: die App ist genau für europäische VFR-Piloten gemacht. Die Lufträume sehen so aus, wie wir sie in Deutschland fliegen. NOTAM-Darstellung ist die beste am Markt — Sperrgebiete erscheinen visuell auf der Karte, nicht als kryptische Liste. Die Flugplanung-Engine ist schnell und intuitiv, der „Slide-to-Activate"-Mechanismus für die Aufzeichnung ist Standard geworden. Die deutsche Lokalisierung ist erstklassig.

Schwächen: Die Bedienoberfläche wirkt im direkten Vergleich zu ForeFlight etwas spartanisch, das Wetter-Briefing ist solide aber nicht der Heilige Gral. Wer auch nach IFR-Plänen schielt, findet hier weniger Komfort.

Empfehlung: Für VFR-Piloten in Deutschland und Europa die pragmatische Standard-Wahl. Wenn Sie nicht wissen, womit Sie anfangen sollen — fangen Sie hier an.

ForeFlight — der amerikanische Cadillac

Preis: ab ca. 110 € pro Jahr (Basic Plus, VFR-only) bis ca. 380 € pro Jahr (Performance Plus mit IFR-Plates, Synthetic Vision, ADS-B). Stand 2026.

Plattformen: iOS und macOS. Kein Android.

Stärken: Die Bedienoberfläche ist erstklassig poliert — wer aus der Apple-Welt kommt, fühlt sich sofort heimisch. Die Wetter-Integration mit Radar, Wind- und Turbulenz-Layern auf mehreren Flugflächen ist erstklassig. Synthetic Vision (3D-Geländedarstellung) ist beeindruckend, besonders bei marginaler Sicht. IFR-Plates und Pre-Filing für FAA und ICAO-Pläne weltweit.

Schwächen: Bei deutschen VFR-Lufträumen merkt man, dass die App primär für den US-Markt entwickelt wurde. NOTAM-Darstellung ist solide aber weniger visuell als SkyDemon. Kein Android. Der Preis für die volle Performance-Version ist happig — und für reines deutsches VFR-Fliegen Overkill.

Empfehlung: Lohnt sich für Piloten mit US-Bezug, für IFR-Ambitionen oder für jeden, der ein durchpoliertes iOS-Erlebnis und Synthetic Vision schätzt. Für reines VFR-Egelsbach-Wochenende ist SkyDemon das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.

AirMate — der kostenlose Newcomer

Preis: Basis-Version kostenlos. Pro-Version ca. 50 bis 80 € pro Jahr je nach Region.

Plattformen: iOS und Android.

Stärken: AirMate kommt aus der Schweiz und richtet sich explizit an europäische VFR-Piloten. Das Highlight: eine sehr gute kostenlose Basis-Version mit VFR-Karten, Moving-Map und einfacher Routenplanung. Die App ist modern, die Bedienoberfläche aufgeräumt. Wer mit dem PPL-Lernen anfängt und noch unsicher ist, ob er regelmäßig fliegen wird, bekommt mit AirMate Basis bereits ein vollwertiges EFB ohne Kosten.

Schwächen: Funktionsumfang in der kostenlosen Version naturgemäß begrenzt — NOTAMs, Wetter-Layer, Logbuch und einige Lufträume sind den Pro-Nutzern vorbehalten. Die Detail-Tiefe in Flugplanung und Wetter-Briefing erreicht (noch) nicht SkyDemon-Niveau. Für regelmäßige VFR-Flüge führt am Pro-Tier kein Weg vorbei.

Empfehlung: Hervorragender Einstieg während der Pilotenausbildung — kostenlos ausprobieren, später ggf. zum Pro upgraden oder auf SkyDemon wechseln, wenn die Anforderungen wachsen.

Garmin Pilot — die Cockpit-Integration

Preis: ca. 200 € pro Jahr Premium-Europa.

Plattformen: iOS und Android.

Stärken: Wenn Sie Garmin-Avionik im Flugzeug haben (G1000, G3X, GTN-Serie), wird Garmin Pilot zur natürlichen Wahl. Flugplan-Übertragung vom Tablet ans Avionik per Bluetooth oder Connext-Network. ADS-B-Wetter über externe Garmin-Empfänger erstklassig. Synthetic Vision, 3D-Geländedarstellung, Glide-Range-Ring im Notfall — alles vorhanden.

Schwächen: Außerhalb des Garmin-Ökosystems wirken Bedienoberfläche und Workflow weniger intuitiv als die Konkurrenz. Wer keine Garmin-Avionik fliegt, gewinnt durch Garmin Pilot wenig. Preis-Leistung in Reinkultur VFR ist nicht überlegen.

Empfehlung: Erste Wahl für Piloten mit Garmin-Cockpit (Charter-Cessnas mit G1000, viele moderne Schulflugzeuge). Sonst eher die Schnittmenge.

Ehrlicher Vergleich auf einen Blick

Kriterium SkyDemon ForeFlight AirMate Garmin Pilot
Jahrespreis (Vollausstattung)~169 €~110–380 €0–80 €~200 €
iOS
Android
Optimiert für europäisches VFR★★★★★★★★★★★★★★★
NOTAM-Darstellung★★★★★★★★★★★★★★★
Wetter-Integration★★★★★★★★★★★★★★★★
Cockpit-Integration (ADS-B/Avionik)★★★★★★★★★★★★★★★
Bedienkomfort★★★★★★★★★★★★★★★★

Was wir an unsere Schüler weitergeben

Unsere kurze Entscheidungs-Hilfe:

  • Wenn Sie unsicher anfangen und noch nicht wissen, ob Fliegen Ihre langfristige Leidenschaft wird: AirMate Basis (kostenlos) zum Lernen.
  • Wenn Sie VFR in Deutschland und Europa fliegen und einfach das beste praxiserprobte EFB wollen: SkyDemon. Das ist unsere Standard-Empfehlung an PPL-Schüler.
  • Wenn Sie Garmin-Avionik fliegen oder fliegen werden: Garmin Pilot.
  • Wenn Sie ein iOS-User sind, eine Apple-polierte Bedienoberfläche schätzen und langfristig auf IFR umsteigen wollen: ForeFlight.

Tipp aus der Praxis: nutzen Sie die Demo-Versionen. SkyDemon hat 30 Tage Vollzugang kostenlos, ForeFlight 30 Tage Trial, AirMate Basis ist sowieso kostenlos. Eine Woche im Cockpit mit einer App sagt mehr als jeder Vergleichstest im Internet.

Was kein EFB ersetzt

Ein letzter, wichtiger Hinweis: Ein EFB ersetzt nicht das fliegerische Können, nicht die solide VFR-Flugplanung im Kopf und nicht die Backup-Papierkarte für den Fall, dass das Tablet ausfällt. Bei marginaler Wetterlage, in unbekanntem Luftraum oder bei technischen Problemen ist das größte Asset weiterhin Ihr Training und Ihre Vorbereitung am Boden. Die App ist ein Werkzeug, kein Autopilot. Wer das verinnerlicht hat, fliegt damit deutlich entspannter.

Welche App nutzen unsere Schüler im Cockpit?

In unserer Flugschule sehen Sie alle vier im echten Einsatz — und entscheiden nach dem ersten Schulflug selbst, was zu Ihrer Mission passt. Sprechen Sie uns für eine unverbindliche Beratung an.

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